Oldtimerlandmaschinentechik
Inhalt
Gartengeräte und -maschinen
Elektromobilität im Garten. Aber die Öko- und
Menschenrechtsbilanz?
Historische Traktoren & Standmotoren
Mai 2021
Ein Holder geht durch dick und dünn!
Ein Holder ED II – Deichselreiter von 1952 mit original 500 ccm
wassergekühltem Holder-Zweitaktdieselmotor hat in die Werkstatt
gefunden.
November 2022
Neuigkeiten zum HOLDER ED II von 1952
Diverse Wartungsarbeiten waren erledigt und der Anhänger ist mit
verschiedenen Anschlagstahlseilen, Forstkette, Rundschlinge sowie neuem und
besserem Heckseilwindenseil ausgestattet. Mit freundlichen Grüßen aus der
Seilerei!
Dezember 2024
Ein originaler HOLDER-Anhänger Typ 155 war im November endlich
aufgetrieben da mit dem Eigenbauanhänger die Prüfung zur Erlangung einer
ABE und eine Zulassung leider nicht realisierbar war.
Februar 2026
Neuigkeiten zum HOLDER ED II von 1952 und dem Wiederaufbau des
Anhängers Typ 155 von 1960
Gartengeräte und - maschinen
Alles kommunal orange?
Nein – aber mit AS und Husqvarna ist man auf jeden Fall gut beraten, vor allem,
wenn es viel zu tun gibt. Und bei Profigeräten bereitet es auch mehr Freude,
reparierend Hand anzulegen.
Manche Menschen aber vergessen, dass man mit dem Zollstock nicht nur zweierlei Maß nehmen kann:
A) Gras hoch = solche Schlamper! Wie sieht´s denn da aus?
B) Gras niedrig = so ein fleißiger Kerle.
Lasst doch auch mal die Blumen sprechen. Nicht gleich alle alten Obstbäume fällen und verbissen die Wiese auf Millimeterkahlkopfniveau halten. Kleingetier, der Wendehals und andere Vögel danken es euch. Gras – und Blumeninseln“ können Unterschlupf für Blindschleiche, Weinbergschnecke, Käfer & Co. sein.
Elektromobilität im Garten
Februar 2018
Baum – und Brennholzarbeiten mit
Akku-Hochentaster und Elektro-
Husqvarnamotorsäge. Kein Lärm und
keine Zweitaktabgase mehr und legt
man die Motorsäge kurz ins Gras,
bleibt sie still und läuft nicht im
Standgas weiter.
Doch erst später wurde mir bewusst,
dass wenn man es auf der einen Seite
gut meint, es auf der anderen wieder
schlecht machen kann. Denn die Öko-
und Menschenrechtsbilanz fällt nicht
gut aus – man denke an die Themen
„Metalle der seltenen Erden“ sowie die
Kobalt- und Coltanminen im Kongo
beispielsweise.
Unser Reichtum und Komfort bedeutet
für diese Menschen Elend,
Ausbeutung, Kriege
und Menschenrechtsverletzungen, für
die Natur entstehen katastrophale
Schäden! Und die Menschen vor Ort
selber haben nichts vom Reichtum der
Bodenschätze in ihrer Heimat…
to be continued
Historische Traktoren & Standmotoren
Labsal für Augen und Ohren. Große Schwungräder, die – einmal in Bewegung gesetzt – nimmer zum Stillstand kommen mögen. Dampf. Offen laufende Ventiltriebe, Stößelstangen und Pleuel. Munter hüpfende Flachriemen. Startprozedere mittels Kurbel und Zündfix. Bis zum Oberarm in den dunklen Tiefen des Kurbelgehäuses eines langhubigen Einzylinders verschwinden. Pleuel auswinkeln, Pleuel im Lagergrund bearbeiten, Pleuelbüchsen anfertigen, Zylinder bohren und honen, Einspritzdüsen abdrücken, schwere Schwungräder abziehen, Kurbelwellen richten, Kolbenringe, Ventilführungen und Sitzringe tauschen… Fitness pur: Wo schwergewichtig ausgeführte translatorische und rotierende Massen in Aktion sind, gibt es immer wieder etwas zu tun. 1992 mein Einstieg in das Thema Oldtimertechnik.
August 1994
Auf dem Weg zu einem Oldie-Schleppertreffen in Weinsberg mit dem 1956er Holder ED2. Der berühmte wassergekühlte Zweitaktdiesel mit 500 ccm von Max Holder (ab 1954 bei Sachs gefertigt) trieb ab 1951 den Einachser ED10, ab 1953 den ED2 und die Vierradschlepper B10 und A10 an. Gar Hersteller wie Bungartz, FAHR, Schmiedag (Hansa), AWK (Monax) und Hummel kauften diesen Motor für ihre Einachsschleppermodelle bei Holder. 1956 kam dann der luftgekühlte 600er im B12, A12 und E12 hinzu. Holder stellte seinen ersten Einachsschlepper Ende der 1920er Jahre vor. Zuerst mit DKW-Motor (Pionier), später mit ILO- Motor (NHT, EB 9).
September 1994
Beim Ankurbeln des 1952er Schleppers KS 12 der Motorenfabrik München-Sendling mit dem Sendling Dieselmotor DS 211. Wir waren auf dem Weg zum Schleppertreffen in Hochdorf bei LANZ Bulldog-Spezialist Walter Enz.
Februar 1995
Brennholzsägen mit dem 1951er
Farymann (Lampertheim) Dieselstationärmotor.
Die Verdampfer dampfen so schön.
April 1995
Der 1954er Holder ED 2.
Da kamen wir vom Oldtimer-Schleppertreffen in Sinsheim, wo wir zwei Tage waren. Ich musste ihm unterwegs die Motorhaube und das Lüfterrad demontieren damit mehr Kühlluft an den Kühler gelangen konnte. Denn die Aluriemenscheibe brach und der Keilriemen hüpfte immerzu herunter. Hin und wieder kochte das Kühlwasser aber wir schafften es doch nach Hause (zirka 2 x 80 Km mit maximal 13,5 Km/h).
Mai 1997
Er war derzeit in Arbeit: Ein Stationärmotor der Motorenfabrik München-Sendling, Typ WS 308 von 1937. Ein Benziner mit Magnetzündung und zwei Tanks für Benzin- und Petroleumbetrieb. Offen laufender Ventiltrieb mit langen Stößelstangen, die hier aber demontiert sind da der Zylinderkopf, die Schwungradsimmerringe und das Pleuellager überarbeitet werden mussten. Die Vorgänger der 20er Jahre hatten gar eine offen laufende Kurbelwelle und ein offen laufendes Zündmagnetenzahnrad.
Dezember 1997
Der Hummel U50z2 – Einachsschlepper von 1951. Dieser hat einen 400er ILO-Benzinmotor mit schöner Blechverkleidung und Ölpumpe. Er musste ebenso mit der Kurbel gestartet werden. Einen tollen Klang hatte er. Bei dessen Produktion wurden übrigens Teile der Bremsen eines 1944er Willys Jeep verwendet.
März 1998
Frisch gerichtet: Der Deutz Stationärmotor MA 608 von 1938. Diesen hatte ich zuvor in zerlegtem Zustand vom Museum Marxzell nahe Karlsruhe erstanden.
4 PS, Benziner mit Verdampfungskühlung und Noris-Zündmagnet.
März 1998
Deutz MA 311 Stationärmotor von 1927.
September 1999
Auch frisch gerichtet: 1943er Stationärmotor von Sachs
Oktober 1999
Eicher ED 19 von 1954. Die Kurbel steckt bereit.
Tolle Motoren, die luftgekühlten Langhuber (ED) von Eicher. Aluzylinder und - kopf, Direkteinspritzer. 1948 eingeführt, gab es diese per Radialgebläse gekühlten Eicher-Motoren von 1 bis 6 Zylinder bis 1985. Für jeden Zylinder gab es ein separates Gebläse und gar auch noch eines für die Lichtmaschine. Ab 1959, mit Einführung der Raubtierreihe, waren die Motoren als Kurzhuber ausgeführt (EDK). An diesem ED 19 hier musste ich u.a. den Zylinderkopf komplett überholen. Bei meinem ersten Eicher 1993, einem 16er von 1958, musste u.a. gar das große Schwungrad von der Kurbelwelle herunter. Hierfür musste er mithilfe von Hydraulikkran und einem großen Wagenheber in der Mitte getrennt werden.
Juli 2000
Der 11er Deutz von 1949, Bauzeit 1935 bis 1950. Wassergekühlter Einzylinder. Unmittelbar nach den Gebrüdern Eicher in Dingolfing an der Isar führte auch Deutz in Köln 1949 die Luftkühlung ein. Den 11er Deutz musste man immerzu mit der Kurbel und einem Zündfix starten, da an diesem kein Anlasser vorgesehen war. An diesem erneuerte ich nur die Elektrik und die Reifen, da der Originalzustand erhaltenswert war. Im Sommer 2000 fuhr ich mit ihm gar nach Stuttgart hinein, von Weilimdorf aus via Feuerbach über den Pragsattel in den Stuttgarter Osten (Stöckach) und fuhr bei meinem Motoreninstandsetzungs-Lehrbetrieb vor.
Heute
ist nur noch er übrig: Ein kleiner Holder E5 von 1956. Zum Pflügen und Fräsen der kleinen
Äckerle.
Juni 2021
Ein Holder geht durch dick und dünn!
Neues vom Kleinbauern:
Ein Holder ED II – Deichselreiter von 1952 mit original wassergekühltem
Holder-Zweitaktdieselmotor mit 500 ccm hat in die Werkstatt gefunden. Ein paar
Reparatur- und Wartungsarbeiten waren an diesem zu erledigen, dann war er
schon einsatzbereit!
Es ist ein früher ED II von 1952 mit originalem
500 ccm Holder-Zweitaktdieselmotor und nur
dreien Kühlerstutzen statt vieren. Diesen Motor
gab es so nur von 1951 bis zirka Ende 1953 im
Vorläufer ED 10 und den frühen ED II-Modellen,
denn dann wurde er bei Sachs in Schweinfurt
gebaut, da Holder nicht mehr mit der Produktion
des 500er (und ab 1956 600er) Motors
hinterherkam. Denn auch Bungartz in München,
Fahr in Gottmadingen, Hummel in Heitersheim,
Schmiedag (Hansa) in Hagen und AWK
(Monax) in Kaiserslautern bezogen diesen
500er Motor für ihre Einachsschlepper.
Der Holder ED II wurde von 1952 bis 1959
gebaut. Man startet ihn mithilfe einer
Kurbel und eines „Zündfixes“, das man
zuvor in den Zylinderkopf schraubt.
Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg
waren diese Universalmaschinen bei
Kleinbauern und Winzern gefragt. Man
kann einen Anhänger anbringen, einen
Pflug, eine Bodenfräse, ein Mähwerk, eine Egge,
einen Kartoffelroder und viele andere Erntemaschinen anbauen. Mithilfe einer Zapfwelle am Heck
lassen sich viele Anbaugeräte wie die Bodenfräse, eine Wasserpumpe, eine Kreissäge oder das
Mähwerk antreiben. Gar einen Triebachsanhänger gab es, womit der
Einachsschlepper zum Allradler wurde!
Das Getriebe stellt vier Vorwärts- und einen Rückwärtsgang zur Verfügung.
Holder in Metzingen und ab 1949 auch in Grunbach bot ab 1929 / 1930 Einachsschlepper an.
Zuerst mit DKW -Motor im Modell Pionier, danach mit 400er ILO-Benzinmotoren im NHT (1938 – 42)
und nach dem Zweiten Weltkrieg im EB9, den es mit 360er Sachs-Benziner auch als EF 9 gab
(1947 – 53).
1953 ging es auch mit den „echten Vierradraktoren“ B10 und ab 1956 mit dem B12 los, viele
weitere Modelle folgten. 1955 wurde die Knicklenkertechnik mit dem Modell A10 eingeführt – bis
heute das Markenzeichen der Firma Holder.
Ab 1956 gab es dann den luftgekühlten 600er Zweitaktdiesel in den Einachsermodellen E12 (1956
bis 59 und 1959 bis 69). Dann gab es noch die kleinen Modelle E5 (1956 bis 59) und E6 (1959 bis
74) mit 200 ccm Sachs-Benzinmotoren sowie die großen Modelle E14a (1971 bis 74 mit Holder
HD1-Zweitaktdieselmotor, 550 ccm und 12 PS), E7 und E9 (1974 bis 1990) und den E14b mit 627
ccm Hatz-Viertaktdieselmotor, der 12 PS leistete (1974 bis 82).
12. November 2022
Neuigkeiten zum HOLDER ED II von 1952
Diverse Wartungsarbeiten waren erledigt und der Anhänger wurde mit verschiedenen
Anschlagstahlseilen, Ketten sowie neuem und besserem Heckwindenseil
ausgestattet. Mit freundlichen Grüßen aus der Seilerei!
Mittlerweile habe ich verschiedene Wartungsarbeiten am Holder erledigt: Alle Öle und
das Kühlwasser inklusive Frostschutz sind erneuert, das Einspritzdüsenelement ist
ebenso neu und auf 120 bar Einspritzdruck eingestellt da die alte Düse nachtropfte
und zu früh einspritzte. Einen neuen Kraftstofffilter sowie neue Dichtungen baute ich
auch ein.
Mit freundlichen Grüßen aus der Seilerei:
Während der letzten Monate fertigte ich aus verzinkten Stahlseil- und Kranseilresten
im Durchmesser 8 bis 18 mm Anschlagseile mit zylindrischen oder konischen
Pressungen an, in Schlaufen- oder Kauschenausführung, zum Teil mit
eingekauschten Ovalringen oder Ösenlasthaken.
Der Heckseilwinde verpasste ich ein neues und besseres Stahlseil 18x7 + SE
sowie eingekauschtem Ösenlasthaken 6-8 (1,12 t), Länge 25 Meter.
Eine Rundschlinge 3000 kg und eine Forstkette machen das
Seilerei- und Hebetechnikequipment dann vollends komplett. Ein Seilzug (Greifzug)
fehlt vielleicht noch.
Keine Angst – wir werden keine Bäume ausreißen!
Geht es ihnen doch so schon sehr schlecht infolge der vergangenen zu trockenen und
zu heißen Jahre. Aber diverse Holzsäge- oder Gestrüppentsorgungsarbeiten werden
mit dem guten, alten ED II gelegentlich verrichtet werden.
29. Dezember 2024
Neuigkeiten zum HOLDER ED II von 1952: Endlich war ein originaler Typ 155-Anhänger gefunden!
Die Prüfung zur Erlangung der ABE
beim TÜV und eine Zulassung mit dem Eigenbauanhänger, den der Vorbesitzer aus Offenburg 2008 baute, war leider nicht realisierbar. Obwohl er eine Hand- und Fußbremse, Beleuchtung, Blinker und Hupe besaß. Aber die Verbindung zwischen Zugmaschine und Anhänger war etwas kritisch da zu schwach ausgelegt.
Nach langer Suche fand ich einen originalen HOLDER-Anhänger Typ 155 von 1960, den ich Anfang November 2024 mithilfe eines Freundes im Odenwald abholte. Ganz wichtig hierbei war, dass das originale Typenschild vorhanden war.
Einige Arbeiten werde ich an diesem Anhänger aber noch zu erledigen haben. Hierzu später mehr. Glücklicherweise hatte der Vorbesitzer einen Großteil der Holzarbeiten bereits erledigt.
Übrigens gilt es bitte zu beachten:
Ein Einachsschlepper, der von einem Anhänger aus im Öffentlichen Straßenverkehr geführt wird ist nicht führerschein- und zulassungsfrei! Auch zählt er nicht zu den „Selbstfahrenden Arbeitsmaschinen“.
Ich habe hierzu – vor allem mithilfe von „Greg´s Einachserforum“ https://www.einachser-forum.de/ einige Informationen und Vorschriften zusammentragen können.
1. Februar 2026
Neuigkeiten zum Holder EDII von 1952 und zum Wiederaufbau des Anhängers
155 von 1960
Ab Mai 2025 machte ich mich nach und nach an den Wiederaufbau des Anhängers Typ 155. Die
erste Probefahrt erfolgte am 31. Oktober 2025.
Bisher konnte ich folgende Arbeiten erledigen:
Angeschliffen, teilweise entrostet, grundiert und lackiert
Den Rahmenaufbau, das Deichselrohr, das Bremsgestänge, die Bremspedale, die originale Anhängerkupplung bzw. den Deichselrahmen, die Anhängerstütze, Anhängerschlag hinten plus die Beschläge einzeln, die neuen Blechwinkel für die Rücklichter und die Blinker vorne. Das Grün ist übrigens original "Holder Alt" = bis 1960. Den Originallack der Felgen habe ich rausgeputzt, poliert, mit Ballistol eingepinselt.
Neuteile angebaut
Die Rücklichter und die Blechwinkel dazu, die Scheinwerfer, die Blinker vorne plus Blechwinkel, der Sicherungskasten unter der Sitzbank, die Sitzbankbretter links und rechts, neue Dreieckrückstrahler, neues Holder-Blechschild am Heck, die Verkabelung. Dann noch ein neues Blankotypenschild, das ich frisch stempelte. Denn das Original, das noch auf einem originalen Stück Holzbrett aufgeschraubt war, wollte ich so erhalten und so mit zum TÜV bringen.
Korrossionsschutz mit Schafswollöl (Fluid Film) oder Fluid Film Gel BN
Das Deichselrohr innen komplett, die Flächen zwischen Stahlaufbau und Holz (der Unterboden und die Achse werden folgen).
Elektrisch verkabelt
Die Rücklichter, die vorderen Blinker und Scheinwerfer.
Die Anhängerbremsen
Beide Trommeln abgezogen, die Bremsbeläge gesäubert, angerauht, entfettet. Die gesamte Bremsmechanik an den Bremsankerplatten und unter dem Anhängeraufbau sauber gemacht, alle beweglichen Teile geschmiert. Die Kegelrollenlager gut gefettet.
Nun fehlen noch:
Neue Anhänger-Reifen 5.50-16 AW, die Montage und Verkabelung der neuen Licht- und Blinkerschalter, Warnblinkschalter, der Hupe und Hupenknopf, des Bremslichtschalters und der Batterie.