Celloschraubereien

 

 

 

Inhalt

 

Vorgeschichte

 

Weltneuheit: Hält schwersten Celli stand. Wie man eine Schwerlaststahlseil-konstruktion mit einer Tragfähigkeit von 1850 Kg als Stachelanker anfertigt. Soll ja halten, das Ganze!

September 2018

 

Der erste Gang mit dem Cello zum Geigenbauer September 2016

 

Nochmals Stegarbeiten Juni 2015

 

Fehler: Anhängesaite zu lang! April 2015

 

Nochmals ein Austausch des Saitenhalters und der Einhängesaite Februar 2015

 

Eine Einlage für die Stegnuten Januar 2015

 

Eine neue D – und eine neue A – Saite Okt./Nov. 2014

 

Der Saitenhalter und die Anhängesaite August 2014

 

Stacheltuning: Der Stachel aus Stahl sollte einem Karbonstachel weichen

April 2014

 

Bogenmechanikpflege Januar 2014

 

Das Versetzen des Stimmstocks September 2013

 

Steg-Experimente August 2013

 

 

 

 

 

 

Vorgeschichte 

 

 

Erst im Jahre 2012 und im Alter von 35 Jahren kam ich auf die Idee, es doch einmal mit dem Spiel des Cellos zu versuchen – ohne jegliche Vorkenntnisse und als absoluter Musiknichtkenner! Mir bewusst, dass es äußerst hilfreich sein kann, Synapsen früh zu Wege zu bringen, also in jungen Jahren an ein Musikinstrument geführt zu werden. Ich bin aber der Meinung, dass es für das Erlernen eines Musikinstrumentes keinerlei Altersbeschränkung gibt.

Zwar erwarb ich 2003 meinen ersten Kontrabass nahe Würzburg, um das Musizieren an und mit diesem zu erlernen. Völlig um mich geschehen war es nach dem Tanztheaterstück von Katja Erdmann-Rajski mit Karoline Höfler am Kontrabass zu Beginn des Januars 2004. Aber bald stand er für viele Jahre nur noch in einer Ecke herum und ward vergessen. Meine Berührungsängste waren unüberwindbar. Unterricht habe ich nie wahrgenommen und den Kontrabass autodidaktisch anzugehen – das war bei mir leider nicht drin.

Im September 2005 fuhr ich ins Salzburger Land hinunter um dort bei einem Geigenbauer einen zweiten Kontrabass zu bauen, aus erlesenen Hölzern der Fichte, Elsbeere und des Ahorns. Für den Zeitraum einer Woche hatte ich einen Einblick in ein wunderbares Handwerk.

 

Zurück zum Thema „Cello“:

 

 

Das ausschlaggebende Argument und ein nicht von der Hand zu weisender Vorteil: Das Cello lässt sich weitaus angenehmer als ein Kontrabass auf dem Motorrad transportieren! 

 

 

 

So nahm ich ab Frühjahr 2012 regelmäßig wöchentlich Cello-Unterricht wahr und meine Cellolehrerin hatte zufällig ein nettes Cello aus Mittenwald der 1960er Jahre im Auftrag zu verkaufen. 2013 nahm es dann leider wieder sehr stark ab, 2014 bis 2018 nahm ich sehr wenig bis sozusagen keinen Unterricht wahr und auch das Üben daheim nahm immer mehr ab.

Vergeigt, das Cello? Doch nun, zum Ende des Jahres 2019, soll es doch wieder aufgenommen werden, das Spiel des Cellos…

 

Dieser Themenbereich soll aber von meinen kleinen Umbaumaßnahmen am Cello handeln, die ich in den Jahren 2013 bis 2015 durchgeführt hatte. Vielleicht werden doch einmal tiefgreifendere Maßnahmen oder Reparaturen nötig sein, von denen ich berichten werde.

 

 

 

 

 

 

September 2018:

 

Weltneuheit! Hält schwersten Celli stand:

 

Ich baue mir eine Schwerlaststahlseilkonstruktion als

 

Stachelanker mithilfe eines 12 mm-Stahlseiles IWRC,

 

das eine Tragfähigkeit von 1850 Kg aufweist.

 

Damit während des Übens das Cello nicht immerzu hinfort rutscht, verwendet man so genannte „Stachelanker“. Das können Bretter sein, die mehrere Bohrungen haben und die an eines der Stuhlbeine gebunden werden oder aber es sind einfach einstellbare Bänder. Bisher half ich mir mit Schnürsenkeln aus, die ich an den Enden zusammenband. Da hüpfte der Cellostachel aber gelegentlich hindurch. Nun sollte die ganze Sache aber halten.

Wie geht man hierbei vor?

 

Was wir hierfür benötigen:

 

1) Stahlseil im Durchmesser 12 mm, sZ = Kreuzschlag 

    rechts, Konstruktion 6x36, IWRC = Stahlseele

 

2) Eine geschmiedete Sonderkausche 12x40

 

3) Eine konische Pressklemme 12 mm mit Sichtloch, Form C

 

4) Eine 12er Drahtseilklemme DIN 1142

 

5) Eine kleine Presse mit konischen Pressbacken, an der man die

    Pressklemme (bei Ø 12 mm mit ca. 1100 KN) verpresst – soll ja

    halten, das Ganze. Tragkraft 1850 Kg

 

 

6) Eine Abbrennmaschine um das Seil am anderen Ende anzuspitzen

 

 

 

 

Die Einzelteile:

 

 

Am anderen Ende habe ich das Seil spitz verschweißt – damit es nicht

 

mehr aufgehen kann. Denn wenn man mit den Fingern durch Fleischhaken

 

fährt, lässt sich anschließend der Bogen gewiss ungelenk über die Saiten

 

streichen und ein schmerzverzerrtes Gesicht entstünde hierbei bestimmt

 

nicht durch erzeugte Misstöne. Misstöne aber wohl durch schmerzende

 

Finger.

 

 

 

Größenvergleich.

 

Rechts eine zylindrische Pressklemme für Stahlseile Ø 1 mm, links eine

 

zylindrische Pressklemme für Stahlseile mit Ø 30 mm – das ist dann für die

 

ganz schweren Celli :

 

Das offene Ende des Seiles wird um einen der Stuhlfüße gebunden und mithilfe der 12er Seilklemme eingeschlauft, womit auch die Länge einstellbar ist. Hierfür benötigt man einen 13er Ringschlüssel, bitte immer im Bordwerkzeug mitführen! Auf die eine Seite der Kausche habe ich übrigens Filz geklebt, damit der Boden nicht verkratzt wird.

 

 

Fertig ist das Cello-Antirutschseil!   

 

 

 

                                           Vorher & nachher :



 

 

 

* Fortsetzung wird folgen *

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