ALLTAGSNATURSCHUTZAKTIONEN

 

 

Inhalt

 

 

Vogelwelterkundung

 

 

Kröten bei der Hand nehmen und über die Straße begleiten

 

 

Ich gestehe: Mehrfacher Kleingetier-Mörder. Vom Rasenmäherwahnsinn. Zurück zur Naturnähe. Von Disteln, Kruschtelreisighaufen, Eidechsensteinhaufen und Wildblumen.

 

 

Von Wildbienen und Hummeln

 

 

Igelhäuser und Vogelnistkästen

Auch die kleinen Stacheltiere und die Vögel haben es zunehmend schwer, eine Immobilie zu finden. Glyphosat, Insektensterben und Trockenheit setzen auch ihnen zu.

 

 

 

 

 

 

 

Vogelwelterkundung

                                                   

 

Erithacus rubecula!

Das Legato: Der wehmütige Gesang des Rotkehlchens aus herbstlaubfarbenem Wald.

Das Staccato: Der schmetternde Gesang des kleinen Zaunkönigs.

 

 

Eine Amsel und ein Gartenrotschwanz: 


 

Und eine Besonderheit im Garten war eine Waldohreulenfamilie im Mai und Juni 2019!

 

Mutter, Vater und zwei Kleine. Auf den Bildern der Papa und ein Junges:


 

 

 

Als kleiner Bub entdeckte ich die Liebe zur Vogelwelt. Ich zog ein altes Vogelbuch meines Opas aus dem Bücherregal, welches Ende der vierziger Jahre erschien. Die Vögel waren auf eingeklebten Aquarellbildchen zu sehen und meine Neugier war geweckt. Von meinen Eltern bekam ich zum Geburtstag ein Fernglas geschenkt und bald ging ich los in den nahen Wald und auf die Flur. Ich fertigte eigene Landkarten der Umgebung an, mit Legenden und farbigen Vermerken, wo ich welchen Vogel sah oder hörte. Eine männliche Amsel, die auf einem Zaun saß, hielt ich zuerst für den Zaunkönig. Und das allererste Erblicken eines Eichelhähers war für mich die Weltsensation! Ebenso verhielt es sich mit der Wasseramsel im Strudelbachtal. Mit den Jahren hat sich mein Gespür für die Vogelwelt entwickelt, ich höre sie nur singen oder rufen und ich weiß, welch gefiederter Zeitgenosse sich dahinter verbirgt, bei den meisten inklusive dem lateinischen Namen. So ist das Geschnacker der Wacholder - und Misteldrosseln vermehrt im Herbst und Winter zu hören, auch das feine „si si si“ der Schwanzmeisen ist dann des öfteren präsent. Und das erste leise „Zip“ der am Himmel vorbeihuschenden Singdrossel sowie das Gepfeife der Starenmeute sagen mir, dass das Frühjahr angetreten ist. 

 

 

 

 

Die Mission:

Kröten bei der Hand nehmen und über die Straße begleiten

 

Augen auf und ran an die Kröten: Man muss nicht gleich einen Geldtransporter überfallen, wo doch die Kröten bereits auf der Straße liegen. Holt sie schnell da runter! Denn Kröten allein können glücklich machen.

 

Seit 2004 bin ich Mitglied beim NABU.

Ende Februar 2013 wurde ich das erste Mal aktiv und half bei der Krötenwanderung am Schloss Solitude mit. Da oben herrscht reger Verkehr und viele dieser Kröten würden eine Überquerung der Straße nicht überleben. Der Schutzzaun und in den Boden eingelassene Eimer verhindern dies. Auch auf der anderen Straßenseite hat es für die Rückwandererkröten diese Zäune und Eimer. Morgens müssen die Kröten aus den Eimern geholt und auf die andere Seite der Straße in den Wald oder am See ausgesetzt werden. Die Krötenwanderungsaktionen finden jedes Jahr von Mitte Februar bis Mitte Mai statt. Seit Februar 2015 bin ich auch im Wald des Stuttgarter Frauenkopfes für die Kröten unterwegs, am Fuße des Fernsehturms gelegen. Ab 2019 wurde vom NABU wegen des Insektensterbens zusätzlich die Käferzählung eingeführt. Zum Thema Kröten kann ich übrigens die NABU aktiv-Broschüre "Frösche, Kröten und Molche" empfehlen.

 

 

Ein neues Berufsbild ward geschaffen: Krötenlotsin / Krötenlotse!

 

 

Eine Kröte auf der Sitzbank der MZ am Morgen des 9. März 2013. Für kurze Zeit war sie Fotomodell, danach half ich auch ihr über die Straße:

 

 

Bilder der Krötenwanderungen

 

 

Krötenwanderung 2015

 

Frauenkopf Ende April: 

Mission erledigt. 22 Kröten gerettet.

Die MZ TS 250 inmitten des Frauenkopfer Frühlingswaldesgrüns:

 

Solitude Anfang Mai:

Huch!

Auch Kröten scheinen Atomkraft nicht zu mögen...

 

 

Eine einzige Rückwandererkröte war an diesem Tage über die Straße zu tragen:

 

Im Jahre 2016 waren es neun Rettungseinsätze, die für mich allesamt im Frauenkopfwald zu erledigen waren.

     

 

Krötenwanderung 2017

 

2x Frauenkopf, 1x Solitude

 

Am Frauenkopf im Februar:

 

Die MZ mit Sach und Pack:

 

 

  Turm, den ich da in der Ferne seh´:

 

 

Huch! Auch Kröten scheinen S21 nicht zu mögen:

 

 

Schloss Solitude im Mai:

 

Da an diesem Tage eine Kindergruppe zugegen war und ich im Vorfeld befürchtete, dass keine einzige Kröte anzutreffen sein sollte, besorgte ich einen netten Ersatz in Form einer Plüsch-Kröte von Steiff, die ich in einem der Eimer verstecken wollte.

 

 

Aber es kam überraschenderweise ganz anders. Obwohl die Krötenwanderungssaison dem Ende nahe war, trafen wir 64 von ihnen an, die wir dann hin und her zu tragen hatten. Auf der Rückwanderungsseite waren es zu diesem Zeitpunkt natürlich weitaus mehr, als es dies auf der Hinwanderungsseite waren.


 

 

 

Krötenwanderung 2018

 

3 Termine im Frauenkopfwald im Februar, März, April und Mai

 

25. Februar 2018:

 

Schneeballschlacht mit Kröten?

Keine einzige war anzutreffen, was zu erwarten war. Bei -8°Celcius und eisigem Nordostwind durch den Schnee gestapft. 


 

 

Krötenwanderung 2019

 

7x am Frauenkopf und 1x am Schloss Solitude

 

* Fotos werden folgen *

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich gestehe: Mehrfacher Kleingetier-Mörder.

     Vom Rasenmäherwahnsinn

 

Seit vielen Jahren schiebe ich von Mai bis Oktober alle drei bis vier Wochen den Rasenmäher vor mir her, dessen schnell rotierendes Messer allerlei Kleingetier wie Grashüpfer, Weinbergschnecken, Wanzen und Käfer tötet. Auch die eine oder andere Blindschleiche erwischte ich bedauerlicherweise, wenn auch sehr selten. Und wenn ich den Mäher noch so vorausschauend und mit wachem Auge durch das Grün schob. Tiere, die ich rechtzeitig entdecke, versetze ich natürlich in eine sichere Ecke.

So bin ich über die Jahre nach und nach dazu übergegangen, einzelne Blumen-Grasflächen stehen zu lassen um Rückzugsgebiete zu schaffen und damit sich Gräser und Blumen voll entfalten können. Auch legte ich Reisighaufen an, die als Unterschlupf dienen. Die Disteln dürfen ganzjährig stehen bleiben, die sich von Jahr zu Jahr vermehren. Die Igel, Distelfinken und Hummeln freut es. Ab 2017 experimentierte ich mit dem Anlegen einer Wildblumenwiese aber die ersten zwei Versuche schlugen fehl. Auch einen Schutthaufen baute ich auf, in und auf dem sich Eidechsen niederlassen.

 

 

Juli 2018. Reisighaufen, umringt von Disteln. Die Hummeln, Distelfinken und Igel freuen sich:

 

 

 

 

 

 

 

Und ein Eidechsensteinhaufen (Juni 2019):

 

 

Zerdepperte Gartenwegplatten, die unser Opa 1946 und ´47 alle selbst goss. Die guten wurden weiter verwendet und die kaputten für die Eidechsen angehäuft. Drei Eidechsen befinden sich in und um diesen herum:

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Von Wildbienen und – hummeln

 

Diese kleinen Tierchen hatten doch tatsächlich die Idee, sich in das linke und rechte Ende diverser neuer Benzinschlauchstücke einzunisten. Diese hingen im Motorrad - und Geräteschuppen und ich traute es mir nie zu, diese zu verwenden, hätte ich doch hierbei deren Heim zerstören müssen. Also machte ich mich ans Werk und versah Holzklötze mit Bohrungen und stellte sie in den Garten. Im März 2015 kaufte ich noch verschiedene Bienen-Häuschen hinzu.

 

April 2015. Noch summt und brummt es nicht am Stamm des Kirschbaumes:

 

…aber Ende März 2019 konnte ich entdecken, wie mindestens zehn Mauerbienen um das Häuschen schwirrten, sich auf dem Dach in den warmen Frühlingssonnenstrahlen sonnten und in die Röhrchen krabbelten! Da war Leben in der frisch bezogenen Bienen-Immobilie!


 

 

 

 

 

Igelhäuser und Vogelnistkästen

 

* In Arbeit *

Copyright 2019 D. Spang