Celloschraubereien
Inhalt
Vorgeschichte 2012
Neuer Beitrag, 12. März 2023
"Holz zu Holz. Von der Trägheit der Masse.“
Besuch bei meiner Geigenbauerin in Reutlingen wegen neuer Probleme am
Cello März 2023; Spezialstimmstockmontage Mai 2022; Saitenwahl ab 2021.
Neuer Beitrag, 19. Juli 2022
Die Abholung eines Cellos „Cremonia, Size 4/4, Handcrafted, made in China“,
ohne A-Saite. Für 150,- Euro in Waldenbuch erworben und natürlich auf dem
Motorrad transportiert. Gedacht ist dieses für meine Tanzversuche und -
choreografie zum Kunstprojekt „Lasst euch nicht hängen, setzt lieber ´nen
Anker. Stahlseilcellostachelanker! Oder: Die Seile und Ketten Stuttgarts.“
Später machte ich es spielfertig aber es war grausig...
Wer als totaler Anfänger das Spielen mit solch einem Cello beginnen möchte,
dem möchte ich einen Rat geben.
Dieses hier aber soll nur tanzen!
Weltneuheit: Hält schwersten Celli stand. Wie man eine Schwerlaststahlseil-konstruktion mit einer Tragfähigkeit von 1850 Kg in der Funktion eines Cello- Stachelankers anfertigt. Soll ja halten, das Ganze!
September 2018 / November 2019 / Juni 2020
Nochmals Stegarbeiten Juni 2015
Fehler: Anhängesaite zu lang! April 2015
Nochmals ein Austausch des Saitenhalters und der Einhängesaite Februar 2015
Eine Einlage für die Stegnuten Januar 2015
Eine neue D – und eine neue A – Saite Okt./Nov. 2014
Der Saitenhalter und die Anhängesaite August 2014
Stacheltuning: Der Stachel aus Stahl sollte einem Karbonstachel weichen
April 2014
Bogenmechanikpflege Januar 2014
Das Versetzen des Stimmstocks September 2013
Steg-Experimente August 2013
Vorgeschichte
Erst im Jahre 2012 und im Alter von 35 Jahren kam ich auf die Idee, es doch einmal mit dem Spiel des Cellos zu versuchen – ohne jegliche Vorkenntnisse und als absoluter Musiknichtkenner! Mir bewusst, dass es äußerst hilfreich sein kann, Synapsen früh zu Wege zu bringen, also in jungen Jahren an ein Musikinstrument geführt zu werden. Ich bin aber der Meinung, dass es für das Erlernen eines Musikinstrumentes keinerlei Altersbeschränkung gibt.
Zwar erwarb ich 2003 meinen ersten Kontrabass nahe Würzburg, um das Musizieren an und mit diesem zu erlernen. Völlig um mich geschehen war es nach dem Tanztheaterstück von Katja Erdmann-Rajski mit Karoline Höfler am Kontrabass zu Beginn des Januars 2004. Aber bald stand er für viele Jahre nur noch in einer Ecke herum und ward vergessen. Meine Berührungsängste waren unüberwindbar. Unterricht habe ich nie wahrgenommen und den Kontrabass autodidaktisch anzugehen – das war bei mir leider nicht drin.
Im September 2005 fuhr ich ins Salzburger Land hinunter um dort bei einem Geigenbauer einen zweiten Kontrabass zu bauen, aus erlesenen Hölzern der Fichte, Elsbeere und des Ahorns. Für den Zeitraum einer Woche hatte ich einen Einblick in ein wunderbares Handwerk.
Zurück zum Thema „Cello“:
Das ausschlaggebende Argument und ein nicht von der Hand zu weisender Vorteil: Das Cello lässt sich weitaus angenehmer als ein Kontrabass auf dem Motorrad transportieren!
12. März 2023
"Holz zu Holz. Von der Trägheit der Masse"
Plötzlich stellte sich während
des Übens am Cello wieder
eine Problematik ein, die nicht
gerade für Motivation sorgte.
Versuche, mithilfe von einer,
zwei oder drei
Holzwäscheklammern an
verschiedenen Stellen des
Steges eine dämpfende
Wirkung herbeizuführen, brachten keinen Erfolg.
Denn seit einigen Tagen erklang das Cello metallisch, kratzend, flach.
Ich vereinbarte mit meiner engagierten Geigenbauerin in Reutlingen einen Termin.
Überdies muss das Griffbrett abgezogen werden und der Abstand der Saiten zum
Griffbrett ist zu groß.
Im Mai 2022 war ich bereits bei ihr.
Mit dem Cello auf dem Rücken fuhr
ich auf dem Motorrad los, da sie
meinem Cello einen
neuen Stimmstock implantierte. Dieser
besteht aus Karbon und ist einstellbar, er
passt sich besser an die Kontur von
Decke und Boden an.
Ein Bild aus ihrer Kontrabass- und Cellowerkstatt:
Hier der alte Stimmstock:
Zum Thema Saiten:
Januar 2021 zog ich eine neue A-Saite und April 2021 eine neue G-Saite auf,
jeweils die „Evah Pirazzi Gold mittel“ von Pirastro, dazu das passende
Kolophonium. Auch die C-Saite und die D-Saite werde ich durch diese ersetzen,
bin ich persönlich doch sehr mit diesen zufrieden.
17. Juli 2022
Die Abholung eines Cellos „Cremonia, Size 4/4, Handcrafted, made in China“,
ohne A-Saite. Für 150,- Euro in Waldenbuch erworben und natürlich auf dem
Motorrad transportiert. Gedacht ist dieses für meine Tanzversuche
und die Choreografie zum Kunstprojekt „Lasst euch nicht hängen, setzt lieber
´nen Anker. Stahlseilcellostachelanker! Oder: Die Seile und Ketten Stuttgarts.“
Später machte ich es spielfertig aber es war grausig... Wer als totaler Anfänger
das Spielen mit solch einem Cello beginnen möchte, dem möchte ich einen Rat
geben.
Dieses hier aber soll nur tanzen!
Bereits im November 2021 gab ich auf ebay Kleinanzeigen eine Anzeige auf, dass ich
für eine Tanzchoreografie ein „günstiges“ 4/4 Cello suche, das gerne kleine Defekte
haben dürfe. Die zweite Anzeige schaltete ich Mitte Juni 2022.
Der Hintergedanke meines Unterfangens war, dass ich mein eigenes Cello für erste
und hoffentlich auch einmal fortgeschrittenere Tanzversuche nicht verwenden wollte,
wird es doch eventuell auch einmal unsanft fallen oder gar hinfort schleudern! Und
wiederum war es mir unwohl, eines dieser sehr günstig aus China zu erwerbenden
Celli zu kaufen, zumal für mich bis heute die menschen- und arbeitsrechtliche Lage
nicht eindeutig bekannt ist. Momentan kann ich lediglich Vermutungen anstellen...
Und falls ich doch ein solches erwerben sollte, dann wenigstens doch im Second
Hand - Modus. Da sich keine Anbieter meldeten erwog ich dann doch den Erwerb
eines nagelneuen 4/4 Cellos für 230,- Euro, gar mit Bogen und Tasche!!!
Aber am 10. Juli 2022 meldete sich eine nette Dame, die ein 4/4 Cello aus China für
150,- Euro zu verkaufen hätte. Die A-Saite fehle und an einer Zargenecke sei ein Stück
herausgebrochen, was aber repariert worden sei. Und mehrere gebrauchte A-Saiten
hatte ich glücklicherweise daheim auf Lager. Eine prima Sache, genau das, was ich
suchte! Also vereinbarten wir einen Termin.
Am Sonntag, 17. Juli brach ich dann mit dem Motorrad nach Waldenbuch auf, wo wir
den Deal über die Bühne brachten. Auf den ersten Blick sah das Cellochen ganz
passabel aus.
Daheim wollte ich es später aber dann doch wissen. Ich zog eine A-Saite auf und
stimmte das Cello. Dies war gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, da sich die
Wirbel oft zurückdrehten. Mit Wirbelseife oder Kreide hätte sich das besser regeln
lassen aber ich bekam das nach mehreren Anläufen auch so hin, ohne den Einsatz
von Gewalt, versteht sich.
Anschließend spielte ich verschiedene Stücke und war entsetzt. Es schepperte, die
Saiten sprachen schlecht an, es hörte sich rauh und knöchern an. Gewiss ließe sich
mit Feintuning an Saiten, Steg, Stimmstock, Saitenhalter et cetera etwas herausholen
aber in diesem Fall werde ich es sein lassen.
Ich entspannte alle vier Saiten und legte es erst einmal zur Seite.
Es soll ja tanzen, das Cello! Everybody in the place, let´s go!
Wer aber als totaler Anfänger mit dem Gedanken spielt, es einmal mit einem Cello zu
versuchen dem rate ich den Gang zu einer Geigenbauerin oder einem Geigenbauer.
Sie vermieten „gute“ Celli für 30 bis 50,- Euro monatlich.
Denn meines Erachtens kann der Einstieg mithilfe eines „billigen“ Cellos einen
abschreckenden Charakter und hohen Demotivationsfaktor haben, kommt doch keine
Freude auf und Fortschritte stellen sich sehr mühsam ein. Als ich im März 2012 mit
dem Thema „Cello“ begonnen hatte, habe ich mein Cello erst für mehrere Monate bei
meiner ersten Cellolehrerin gemietet und da es zufällig zu verkaufen war, dieses
später bei ihr erworben.
September 2018 / Juni 2020
Weltneuheit! Hält schwersten Celli stand:
Ich baue mir eine Schwerlaststahlseilkonstruktion als
Cello-Stachelanker mithilfe eines 12 mm-Stahlseiles
IWRC, das eine Tragfähigkeit von 1850 Kg aufweist.
Damit während des Übens das Cello nicht immerzu hinfort rutscht, verwendet man so genannte „Stachelanker“. Das können Bretter sein, die mehrere Bohrungen haben und die an eines der Stuhlbeine gebunden werden oder aber es sind einfach einstellbare Bänder. Bisher half ich mir mit Schnürsenkeln aus, die ich an den Enden zusammenband. Da hüpfte der Cellostachel aber gelegentlich hindurch. Nun sollte die ganze Sache aber halten.
Wie geht man hierbei vor?
Was wir hierfür benötigen:
1) Stahlseil im Durchmesser 12 mm, sZ = Kreuzschlag
rechts, Konstruktion 6x36, IWRC = Stahlseele
2) Eine geschmiedete Sonderkausche 12x40
3) Eine konische Pressklemme 12 mm mit Sichtloch, Form C
4) Eine 12er Drahtseilklemme DIN 1142
5) Eine kleine Presse mit konischen Pressbacken, an der man die
Pressklemme (bei Ø 12 mm mit ca. 1100 KN) verpresst – soll ja
halten, das Ganze. Tragkraft 1850 Kg
6) Eine Abbrennmaschine um das Seil am anderen Ende anzuspitzen
Die Einzelteile:
Am anderen Ende habe ich das Seil spitz verschweißt – damit es nicht
mehr aufgehen kann. Denn wenn man mit den Fingern durch Fleischhaken
fährt, lässt sich anschließend der Bogen gewiss ungelenk über die Saiten
streichen und ein schmerzverzerrtes Gesicht entstünde hierbei bestimmt
nicht durch erzeugte Misstöne. Misstöne aber wohl durch schmerzende
Finger.
Größenvergleich.
Rechts eine zylindrische Pressklemme für Stahlseile Ø 1 mm, links eine
zylindrische Pressklemme für Stahlseile mit Ø 30 mm – das ist dann für die
ganz schweren Celli :
Das offene Ende des Seiles wird um einen der Stuhlfüße gebunden und mithilfe der 12er Seilklemme eingeschlauft, womit auch die Länge einstellbar ist. Hierfür benötigt man einen 13er Ringschlüssel, bitte immer im Bordwerkzeug mitführen! Auf die eine Seite der Kausche habe ich übrigens Filz geklebt, damit der Boden nicht verkratzt wird.
Fertig ist das Cello-Antirutschseil!
Vorher & nachher :
November 2019 / Juni 2020
Und so sieht das 12 mm – Stahlseil IWRC mit einer Tragfähigkeit von 1850 Kg
in der Funktion eines Stachelankers in der Praxis aus. Die Bilder 2 und 3 sind vom Juni 2020, nun normgerecht mit vieren Drahtseilklemmen DIN 1142.
Bis zu 2 ½ Tonnen an der Zugpresse getestet!
Anmerkung zu den nachfolgenden Geigenbauexperimenten:
Nicht zur Nachahmung empfohlen! Und solltet ihr euch doch einmal an die Mechanik des Cellos wagen, so bitte behutsam vorgehen. Bei allen Arbeiten, die eine Demontage der Saiten, des Steges oder des Saitenhalters vonnöten machen, bitte links und rechts des Steges und unter dem Saitenhalter z.B. eine Zeitung oder ein Handtuch auflegen. Sollte einmal der Steg ruckartig umklappen und / oder der Saitenhalter aufknallen, kann dies die Decke beschädigen! Durch einen demontierten Steg besteht kein Druck auf der Decke und es kann daher der Stimmstock im Korpus umfallen! Die folgenden Versuche entstanden aus meiner Experimentierfreude heraus.
Nochmals Stegarbeiten
Juni 2015
Ich erhielt neue Informationen bezüglich des Stegs. Wie unten bereits erwähnt, wird dieser ja mithilfe eines Stegfußspreizers und eines Schnitzmessers an die Kontur der Decke angepasst. Im bereits genannten tollen Forum des Geigenbauers aus der Nähe von Hamburg fragte ich nochmals an und es wurde mir gesagt, dass bei alten Instrumenten mit ungleichmäßigem Deckengrund hierbei mit Kreide gearbeitet werde. Bei gleichmäßiger Decke sei das nicht notwendig. Erfahrung sollte man beim genauen Anpassen mit dem Schnitzmesser auf jeden Fall haben. Die Stegfußbreite sollte sich an der Bassbalkenposition richten. Stege gebe es in 88, 90, 92 und 94 mm Breite. Bei mittiger Stegposition sollte der Stegfuß der Bassseite etwas über den Bassbalken herausragen. Die Füße müssen um 1,5 mm gespreizt werden. Man könne hierfür auch einen alten Stimmstock nehmen. Wichtig: Exakt passende Füße seien nicht nur für den Klang entscheidend. Passten die Füße nur partiell, entstehe an den Punkten ein erheblich größerer Druck, der das Deckenholz auf Dauer verformen kann!
Ich verwendete eine M8-Schraube mit halbrunder Hutmutter. Beidseitig legte ich aber ein kleines Stück Pappe dazwischen. Ich drehte die Mutter etwas raus, aber nur behutsam von Hand! Bis ich die Stegfüße um 1,5 mm voneinander gespreizt hatte. In diesem Zustand schabte ich die Stegfüße abermals vorsichtig auf der Decke ein, abermals mit feinem Schleifpapier, da ich es mir mit einem Schnitzmesser nicht zutraute. Das Ergebnis schaute aber ganz formidabel aus. Ich nutzte die Gelegenheit und gestaltete meinen Steg vorsichtig noch etwas eleganter, feiner.
Fehler meinerseits: Ich ließ die Anhängesaite viel zu
lang und musste dies ändern
April 2015
Seit meiner letzten Umbau-Aktion war ich doch wieder unzufrieden mit der Ansprache der Saiten und der Brillanz. Zwar war mir aufgefallen, dass ich diesmal die Anhängesaite sehr lang ließ aber ich dachte mir nichts dabei. So besuchte ich Anfang April wieder meinen Musikalienladen. Ich zückte sofort einen Meterstab. „Entschuldigen Sie bitte. Ich habe ein vielleicht ungewöhnlich anmutendes Anliegen: Darf ich Maß an Ihren Celli nehmen?“ Sie ließ mich tatsächlich gewähren und ich schaute mir alle ihre Celli an. Es fiel mir sofort ins Auge und der Meterstab war somit überflüssig. Bei allen Celli saß die unterste Kante des Saitenhalters beinahe genau über der oberen Kante des Untersattels (das kleine Holzklötzchen an der Unterkante der Decke) und bei meinem waren es 5,5 Zentimeter Abstand! Sie meinte, dass man die Anhängesaite immerzu so kurz als möglich halten solle. Merci! Wieder etwas hinzugelernt. Daheim musste ich dann alles wieder vorsichtig demontieren, den Saitenhalter und den Steg. Danach kürzte ich die Anhängesaite an einem Ende und musste diese neu verknoten.
Nochmals ein Austausch des Saitenhalters und der
Einhängesaite
Februar 2015
Den palisanderfarbigen Wittner-Saitenhalter aus Verbundwerkstoff und die dicke Kunststoffanhängesaite mit den zwei Messingrändelmuttern demontierte ich wieder. Denn einen Tag zuvor kam die Einhängesaite von Bois d`Harmonie, sie ist aus einer Carbonfaser gesponnen und sie soll zehn Mal widerstandsfähiger als Stahl sein, ohne jede Elastizität, trotzdem flexibel. So werden die Schwingungen ungedämpft an den Korpus weitergegeben. Nur 1 Gramm Gewicht hat sie - die normale Kunststoffsaite wog 8 Gramm!
Ich baute auch gleich den schwarzen Akustikus-Saitenhalter wieder an, der ursprünglich montiert war. Einmal, da er eleganter und kleiner ausfällt und ich im Cello-Forum ( http://www.razyboard.com/system/user_cellissimo.html ) erfuhr, dass der Akustikus aus Plastik ein sehr guter Saitenhalter sei, den manche Cellisten auf ihren alten französischen Celli (Bernadel, Vuillaume) benutzen sollen und zwar nicht einfach so zufällig, sondern nach längerem Probieren bei einem sehr geschätzten Geigenbauer. Vielen Dank für diese Information, meine lieben Mitglieder des Cello-Forums!
Oben der Saitenhalter von Akustikus mit der neuen Einhängesaite von
Bois d´Harmonie. Unten der Saitenhalter von Wittner mit der Kunststoffeinhängesaite und den zwei Messingrändelmuttern:
Eine Einlage für die Stegnuten
Januar 2015
Die A-Saite schnitt sich doch schon zu sehr ins Stegholz hinein. Früher verwendete ich bei einer anderen Saite ein Stück aufgeschlitzte Hülle eines
1,5 mm^2 KFZ-Kabels ohne klangliche Nachteile
bemerkt zu haben.
Ich besuchte einen Musikalienhandel und sie sagten, dass man hier ein "Pergament", ein Stück Ziegenhaut einsetzen solle. Dieses wird auch „Trommelfell“ genannt da
hiermit auch Trommeln bespannt werden. So tat ich es, auch wenn sich mir als bekennender Vegetarier die Nackenhaare sträubten…
Eine neue D – und eine neue A – Saite
Oktober / November 2014
Mit der A- und der D-Saite war ich lange schon nicht mehr zufrieden. Die A-Saite erklang meines Erachtens zu scharf und „schneidend“. Die D-Saite sprach oft nicht klar an, war träge, dumpf. Ich kaufte mir erst die D-Saite und war so begeistert, dass ich bald auch die A-Saite austauschte. Die beiden neuen Saiten waren von „Larsen Strings, Soloist´s Edition, Medium“. Sie sprechen toll an und haben einen brillanten Klang. Es sind mit Chromstahl umsponnene Saiten, während die C- und G-Saiten mit Wolfram umsponnen sind. Die C- und die G-Saite, Hersteller unbekannt, beließ ich aber vorerst, da ich mit ihnen zufrieden war.
Der Saitenhalter und die Anhängesaite
August 2014
Mitte August 2014 tauschte ich den Plastesaitenhalter von Akustikus durch einen neuen von Wittner aus, welcher aus einem Verbundwerkstoff besteht. Auch dieser hatte vier integrierte Feinstimmer. Bei diesem war eine neue Schraubhängesaite aus schwarzem Perlon, die mit zweien Messingrändelmuttern im Saitenhalter befestigt wird, anbei. Zuvor war an meinem Cello ein dünner Draht montiert. Später aber wollte ich es klassischer haben und besorgte mir eine Hängesaite aus Naturdarm. Leider gab es mit dieser Probleme: Jeden Tag musste ich das Cello erneut stimmen und manchmal knackte es auch! Ich sah, dass sich die Darmhängesaite langsam aufzwirbelte. Das war mir zu heikel, weshalb ich bald auf die Perlonschraubhängesaite zurückgriff. Später werde ich noch einen Saitenhalter aus Holz ausprobieren. Zum Beispiel aus Palisander, Ebenholz, Buchs oder Fermanbukholz. Letzteres soll die höchste Schallleitfähigkeit haben.
Stacheltuning: Der Stachel aus Stahl sollte einem
Karbonstachel weichen
April 2014
Während des Spiels schepperte manchmal der Stahlstachel, was sich durch das Nachziehen der Flügelmutter der Birne meist schnell beheben ließ. Nichtsdestotrotz störte mich diese schwere Stahlstange inmitten dieses Kunstwerkes aus Holz. Ich hielt nach einem Karbonstachel ohne Birne Ausschau, denn diese wollte ich nicht demontieren. Sie ist per Konus in den Korpus unten eingelassen. Da aber der Stahlstachel im Innern des Korpus einen Anschlag hatte, sägte ich den Stahlstachel im voll ausgefahrenen Zustand ab. Den kurzen Rest klopfte ich behutsam nach innen in den Korpus. Mittels eines langen Stabmagneten fischte ich das kleine Stahlstück zu einem der f-Löcher hinaus. Den neuen Stachel aus Karbon kürzte ich auch gleich etwas und brachte bei nicht ganz voll ausgefahrenem Zustand eine Markierung an, da dieser ja keinen Anschlag hat.
Gewicht des Stahlstachels: 123 Gramm
Gewicht des Karbonstachels: 71 Gramm
Und das Scheppern des Stachels war vorbei.
Bogenmechanikpflege
Januar 2014
Ein wenig Fett an das Gewinde des Bogenspanners und das Spannen wird
erleichtert:
Das Versetzen des Stimmstocks
September 2013
Beim Montieren meines neuen Steges bemerkte ich, dass der Stimmstock an falscher Position sitzt. Der Stimmstock ist ein Fichtenholzstab, der zwischen Decke und Boden eingeklemmt ist. Es wird gesagt, dass es keine echte Standardposition für einen Stimmstock gibt. Für jedes Instrument sollte der passende ideale Standort gefunden werden. Er sitzt vor dem linken Stegfuß, wenn man oben vom Griffbrett aus Richtung Saitenhalter schaut. Meiner aber saß aber offensichtlich zu weit vom Stegfuß entfernt. Hierfür musste der Steg abermals demontiert werden, um den Druck von der Decke zu nehmen. Danach wird der Stimmstock mithilfe eines Spezialhebels umgeworfen und an der richtigen Stelle wieder aufgerichtet.
Dies alles geschieht durch das F-Loch. Diese Arbeit überließ ich diesmal einer Geigenbauerin, auch wenn ich dies 2005 in Salzburg unter Anleitung an einem Kontrabass erledigte.
Ergebnis:
Wenn ich nun sage: „Es spielt sich wie von allein“, wäre das aus Sicht eines
Anfängers wohl geprahlt. Aber in der Tat: Weitere Verbesserungen traten ein. Klarer und sauberer im Klang und auch die Ansprache aller Saiten verbesserte sich. Ich war verblüfft auch wenn ich solch ein Resultat erahnte und erhoffte. Auch meine Cellolehrerin war Mitte Januar 2014 begeistert von meinen Änderungen. Sie spielte es und hörte sofort den bzw. die Unterschiede heraus und das, obwohl wir uns ein halbes Jahr nicht mehr gesehen hatten.
Steg-Experimente
August 2013
An meinem Cello war etwas Feintuning notwendig. Hierzu gehörte auch ein besserer Steg. Stege sind meist aus Ahorn. Hochwertige sind aus langsam gewachsenem Bosnischem Ahornholz mit engen Jahresringen, das mindestens 10 Jahre natürlich getrocknet wurde. Ich kaufte mir einen vernünftigen bei einem Musikalienhandel. Es war aber ein roher Steg, der noch bearbeitet werden musste.
Oben Links der alte Steg und rechts der neue, noch unbehandelte Steg. Dieser hat höhere Füße, ist oben am Radius um einiges höher und hat eine stärkere Materialdicke.
Alter Steg: 14 Gramm
Neuer Steg zu Beginn: 23 Gramm
Zuerst übertrug ich ringsum die Konturen der Stegfüße auf den neuen Steg mit einem Bleistift und einem Messschieber.
Danach sägte ich beide Füße mithilfe eines Metallsägeblattes zu:
Anschließend verschliff ich die Sägestellen mit einem Schleifpapier.
Die Feinanpassung der Füße aber erfolgte auf der Cellodecke. Hierzu klebt man ein Schleifpapier auf die entsprechende Stelle. Diese habe ich vorher vermessen und markiert. Die Stegfüße werden dann sozusagen an die Deckenkontur angepasst, indem man sie auf dem Schleifpapier einschleift. Achtung! Das muss behutsam geschehen: Nicht wackeln, sonst können die Füße schief bzw. schräg werden. Und am besten den Steg nur in eine Richtung ziehen und nicht hin und her. Zuletzt wird ein feines Schleifpapier angebracht. Eine Arbeit, die viel Geduld erfordert. Die Füße sollten später exakt auf der Wölbung der Decke aufliegen! Und auch nicht zu grobkörniges
Schleifpapier verwenden, dessen Körner später die schöne Cellodecke zerkratzen können!!
Danach spannte ich beide Stege aufeinander, die Fußpaare deckend, um den oberen Radius anzeichnen zu können, sägte das runde Stück oben ab und verschliff den Radius. Die C-Saite liegt übrigens am höchsten.
An einer Bandschleifmaschine musste ich die Gesamtdicke des neuen Steges abnehmen. Hierbei bitte darauf achten, dass man an der Breite der Füße und oben am Radius nicht ungewollt etwas bzw. zuviel abnimmt!
Nachtrag, Mai 2015: Ich hatte von einem Geigenbauer aus der Nähe von Hamburg, der auch eine fantastische, aufwändig und engagiert gestaltete Website und ein Forum im Internet betreibt, erfahren, dass die längeren Markstrahlen aus Stabilitätsgründen zur Griffbrettseite zeigen sollten. An dieser Seite sei i.d.R. auch der Stempel des Herstellers angebracht. Beim Aufpassen werde nur die Vorderseite bearbeitet und der Stempel des Herstellers verschwindet somit. Die Rückseite bleibe Plan.
Das Experiment selbst: Ich nahm hier und da Gewicht ab, brachte an allen Kanten großzügige Radien an (ich wollte einen optisch „weichen“, „runden“ Steg haben), beließ aber die Auflagekante der Saiten und die Füße selbst etwas breiter, um ihnen jeweils mehr Auflagefläche zu gewähren.
Die Kerben für die vier Saiten mit einer dünnen Rundfeile angebracht.
Gewicht des alten Steges: 14 Gramm
neuer Steg bearbeitet: 13 Gramm
Anschließend schliff ich die Füße nochmals behutsam und akribisch auf der Cellodecke ein.
Nachtrag, Juni 2015: Im Geigenbau sei es üblich, die Stegfüße mithilfe eines Stegfußspreizers und eines Schnitzmessers an die Decke anzupassen. Der Spreizer simuliert einen montierten und somit mit dem Druck der Saiten beaufschlagten Steg! Siehe bitte auch unten unter „2. Juni 2015“
Montage des Steges: Die gerade Seite (90°) schaut weg vom Griffbrett, also gen Saitenhalter. Die Kerben der Saitenauflage werden mit Bleistiftgraphit ausgemalt, was zur Schmierung dient. Die Füße befinden sich genau zwischen den Kerben der F-Löcher, gleichmäßigen Abstand nach links und rechts ausmitteln. Bitte beim Spannen der Saiten darauf achten, dass der Steg nicht umkippt und die Decke beschädigt oder dieser krumm wird!! Diesen festhalten und ggf. nachjustieren. Ich legte daher zusätzlich ein zusammengefaltetes Handtuch oder eine Zeitung beiderseits neben den Steg und unter den Saitenhalter, für den Fall der Fälle.
Ergebnis:
Der Klang ertönt meines Erachtens weicher. Eines fiel mir sofort positiv auf: Die C-Saite spricht viel besser und schneller an!