MOTORRADHANDWERK

 

Keep on running...

Januar 2021

 

 

Auf der Werkbank:

 

Der Motor einer britischen Matchless G3L von 1943...

...beziehungsweise die obere Hälfte davon. Dieser Motor scheint vor nicht allzu langer Zeit überholt worden zu sein aber ein paar Fehler wurden doch mit eingebaut.

 

 

 

Der Motor klemmte nach geringer Betriebszeit immer wieder sehr schnell, er war aber auch sehr schnell wieder frei. Die Einlassstößelstange war gerissen und das Auslassventil war reif für einen schiefen Wurf in die Schrottkiste.

 

 

Die Ursache für den Motorklemmer:

Der neuwertige Kolben klemmte. Die Ursache hierfür wiederum war eine zu enge Pleuelbüchse, wodurch das obere Pleuellager zu heiß wurde und sich diese Hitze auch auf den Kolben übertrug. Überdies war die Schmierbohrung oben im Pleuelauge zu zirka 1/3 nicht freigegeben, da die Buchse versetzt eingepresst wurde; in der Schmierringnut des Zylinderfußes fand sich Dichtmasse!

 

Die Werkstatt arbeitete das obere Pleuelauge nach, so dass sich ein Spiel von 3/100 mm ergab. Die Schmierbohrung des Pleuels wurde aufgebohrt, anschließend mithilfe einer kleinen Flexhone entgratet. Die drei leichten Fressspuren auf dem Kolben mussten mithilfe einer Dreikantfeile entfernt werden. Das Einbauspiel Kolben zu Zylinder wurde mithilfe von Bügelmessschraube und Subito ermittelt und für ok befunden (9/100 bis 1/10 mm), das Kolbenringstoßmaß aller drei Ringe wurde gemessen. 

10. Januar 2021

 

Nach der Vermessung des Zylinders zeigte sich, dass er bezüglich Kolbenspiel maßlich perfekt war. Und da er auch nicht unrund oder konisch war, genügte ein Erneuern des Kreuzschliffes mithilfe von Flexhone und Honöl. Aufbohren und Honen also nicht nötig:

 

 

 

Fortsetzung wird folgen

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