Oldtimerlandmaschinentechik

 

 

 

Inhalt

 

 

 

Gartengeräte und -maschinen

 

 

Elektromobilität im Garten. Aber die Öko- und   

Menschenrechtsbilanz?

 

 

Historische Traktoren & Standmotoren

 

 

Reparatur des linken Achstrichters am Holder E5 von 1956

Oktober 2019

 

 

Neu, Juni 2021: 

 

Ein Holder ED II – Deichselreiter von 1952 mit original 500 ccm

 

wassergekühltem Holder-Zweitaktdieselmotor hat in die Werkstatt

 

gefunden. Einachsschlepper sind echte Universalmaschinen und waren

 

besonders nach dem Zweiten Weltkrieg bei Kleinbauern und Winzern

 

gefragt. Holder bot ab 1929 / 30 Einachsschlepper an.

 

 

 

 

 

 

 

Gartengeräte und - maschinen

 

 

Alles kommunal orange?

 

Nein – aber mit AS und Husqvarna ist man auf jeden Fall gut beraten, vor allem,

 

wenn es viel zu tun gibt. Und bei Profigeräten bereitet es auch mehr Freude,

 

reparierend Hand anzulegen. 

Manche Menschen aber vergessen, dass man mit dem Zollstock nicht nur zweierlei Maß nehmen kann:

 

A) Gras hoch = solche Schlamper! Wie sieht´s denn da aus?

 

B) Gras niedrig = so ein fleißiger Kerle.

 

Lasst doch auch mal die Blumen sprechen. Nicht gleich alle alten Obstbäume fällen und verbissen die Wiese auf Millimeterkahlkopfniveau halten. Kleingetier, der Wendehals und andere Vögel danken es euch. Gras – und Blumeninseln“ können Unterschlupf für Blindschleiche, Weinbergschnecke, Käfer & Co. sein.

 

 

 

 

 

 

 

 


Elektromobilität im Garten

Februar 2018

 

Baum – und Brennholzarbeiten mit

 

Akku-Hochentaster und Elektro-

 

Husqvarnamotorsäge. Kein Lärm und

 

keine Zweitaktabgase mehr und legt

 

man die Motorsäge kurz ins Gras,

 

bleibt sie still und läuft nicht im

 

Standgas weiter.

 

Doch erst später wurde mir bewusst,

 

dass wenn man es auf der einen Seite

 

gut meint, es auf der anderen wieder

 

schlecht machen kann. Denn die Öko-

 

und Menschenrechtsbilanz fällt nicht

 

gut aus – man denke an die Themen

 

„Metalle der seltenen Erden“ sowie die

 

Kobalt- und Coltanminen im Kongo

 

beispielsweise.

 

Unser Reichtum und Komfort bedeutet

 

für diese Menschen Elend,

 

Ausbeutung, Kriege

 

und Menschenrechtsverletzungen, für

 

die Natur entstehen katastrophale

 

Schäden! Und die Menschen vor Ort

 

selber haben nichts vom Reichtum der

 

Bodenschätze in ihrer Heimat…

to be continued

 

 

 


 

 

 

 

 

 

Historische Traktoren & Standmotoren 

 

Labsal für Augen und Ohren. Große Schwungräder, die –  einmal in Bewegung gesetzt – nimmer zum Stillstand kommen mögen. Dampf. Offen laufende Ventiltriebe, Stößelstangen und Pleuel. Munter hüpfende Flachriemen. Startprozedere mittels Kurbel und Zündfix. Bis zum Oberarm in den dunklen Tiefen des Kurbelgehäuses eines langhubigen Einzylinders verschwinden. Pleuel auswinkeln, Pleuel im Lagergrund bearbeiten, Pleuelbüchsen anfertigen, Zylinder bohren und honen, Einspritzdüsen abdrücken, schwere Schwungräder abziehen, Kurbelwellen richten, Kolbenringe, Ventilführungen und Sitzringe tauschen… Fitness pur: Wo schwergewichtig ausgeführte translatorische und rotierende Massen in Aktion sind, gibt es immer wieder etwas zu tun. 1992 mein Einstieg in das Thema Oldtimertechnik.

 

 

 

August 1994

Auf dem Weg zu einem Oldie-Schleppertreffen in Weinsberg mit dem 1956er Holder ED2. Der berühmte wassergekühlte Zweitaktdiesel mit 500 ccm von Max Holder (ab 1954 bei Sachs gefertigt) trieb ab 1951 den Einachser ED10, ab 1953 den ED2 und die Vierradschlepper B10 und A10 an. Gar Hersteller wie Bungartz, FAHR, Schmiedag (Hansa), AWK (Monax) und Hummel kauften diesen Motor für ihre Einachsschleppermodelle bei Holder. 1956 kam dann der luftgekühlte 600er im B12, A12 und E12 hinzu. Holder stellte seinen ersten Einachsschlepper Ende der 1920er Jahre vor. Zuerst mit DKW-Motor (Pionier), später mit ILO- Motor (NHT, EB 9).

 

 

 

 


 

 

September 1994

Beim Ankurbeln des 1952er Schleppers KS 12 der Motorenfabrik München-Sendling mit dem Sendling Dieselmotor DS 211. Wir waren auf dem Weg zum Schleppertreffen in Hochdorf bei LANZ Bulldog-Spezialist Walter Enz.


 

 

 

 

 

Februar 1995

Brennholzsägen mit dem 1951er

Farymann (Lampertheim) Dieselstationärmotor.

Die Verdampfer dampfen so schön.                       


 

 

 

 

April 1995

Der 1954er Holder ED 2.

Da kamen wir vom Oldtimer-Schleppertreffen in Sinsheim, wo wir zwei Tage waren. Ich musste ihm unterwegs die Motorhaube und das Lüfterrad demontieren damit mehr Kühlluft an den Kühler gelangen konnte. Denn die Aluriemenscheibe brach und der Keilriemen hüpfte immerzu herunter. Hin und wieder kochte das Kühlwasser aber wir schafften es doch nach Hause (zirka 2 x 80 Km mit maximal 13,5 Km/h).


 

Mai 1997   

Er war derzeit in Arbeit: Ein Stationärmotor der Motorenfabrik München-Sendling, Typ WS 308 von 1937. Ein Benziner mit Magnetzündung und zwei Tanks für Benzin- und Petroleumbetrieb. Offen laufender Ventiltrieb mit langen Stößelstangen, die hier aber demontiert sind da der Zylinderkopf, die Schwungradsimmerringe und das Pleuellager überarbeitet werden mussten. Die Vorgänger der 20er Jahre hatten gar eine offen laufende Kurbelwelle und ein offen laufendes Zündmagnetenzahnrad.


 

 

 

Dezember 1997

Der Hummel U50z2 – Einachsschlepper von 1951. Dieser hat einen 400er ILO-Benzinmotor mit schöner Blechverkleidung und Ölpumpe. Er musste ebenso mit der Kurbel gestartet werden. Einen tollen Klang hatte er. Bei dessen Produktion wurden übrigens Teile der Bremsen eines 1944er Willys Jeep verwendet.

 

 

 


 

 

 

 

März 1998

Frisch gerichtet: Der Deutz Stationärmotor MA 608 von 1938. Diesen hatte ich zuvor in zerlegtem Zustand vom Museum Marxzell nahe Karlsruhe erstanden.

4 PS, Benziner mit Verdampfungskühlung und Noris-Zündmagnet.

 

 


 

 

 

 

März 1998

Deutz MA 311 Stationärmotor von 1927.

 

 

 

 


 

 

 

 

 

September 1999

Auch frisch gerichtet: 1943er Stationärmotor von Sachs


Oktober 1999

Eicher ED 19 von 1954. Die Kurbel steckt bereit.

Tolle Motoren, die luftgekühlten Langhuber (ED) von Eicher. Aluzylinder und - kopf, Direkteinspritzer. 1948 eingeführt, gab es diese per Radialgebläse gekühlten Eicher-Motoren von 1 bis 6 Zylinder bis 1985. Für jeden Zylinder gab es ein separates Gebläse und gar auch noch eines für die Lichtmaschine. Ab 1959, mit Einführung der Raubtierreihe, waren die Motoren als Kurzhuber ausgeführt (EDK). An diesem ED 19 hier musste ich u.a. den Zylinderkopf komplett überholen. Bei meinem ersten Eicher 1993, einem 16er von 1958, musste u.a. gar das große Schwungrad von der Kurbelwelle herunter. Hierfür musste er mithilfe von Hydraulikkran und einem großen Wagenheber in der Mitte getrennt werden.


Juli 2000

Der 11er Deutz von 1949, Bauzeit 1935 bis 1950. Wassergekühlter Einzylinder. Unmittelbar nach den Gebrüdern Eicher in Dingolfing an der Isar führte auch Deutz in Köln 1949 die Luftkühlung ein. Den 11er Deutz musste man immerzu mit der Kurbel und einem Zündfix starten, da an diesem kein Anlasser vorgesehen war. An diesem erneuerte ich nur die Elektrik und die Reifen, da der Originalzustand erhaltenswert war. Im Sommer 2000 fuhr ich mit ihm gar nach Stuttgart hinein, von Weilimdorf aus via Feuerbach über den Pragsattel in den Stuttgarter Osten (Stöckach) und fuhr bei meinem Motoreninstandsetzungs-Lehrbetrieb vor.


 

 

 

Heute

 

ist nur noch er übrig: Ein kleiner Holder E5 von 1956. Zum Pflügen und Fräsen der kleinen

 

Äckerle. Den linken Achstrichter sollte ich aber demnächst zerlegen und reparieren, das

 

werde ich wohl im Sommer 2019 angehen:


 

 

 

 

Reparatur am linken Achstrichter des Holder E5 von 1956

12. Oktober 2019

 

 

Am 1956er HOLDER E5 musste der linke Achstrichter ausbaut werden. Da er stark ausgeschlagen ist, tropfte das Getriebeöl heraus. Zum Glück rechtzeitig bemerkt, denn im Acker hat Öl natürlich nichts zu suchen!

 

 

Nun müssen noch die beiden Seegeringe heraus, das stark ausgeschlagene Kugellager ausgepresst und der alte Dichtringe ausgebaut werden…

 

 

 

Juni 2021

 

 

 

Neues vom Kleinbauern:

 

Ein Holder ED II – Deichselreiter von 1952 mit original wassergekühltem

 

Holder-Zweitaktdieselmotor mit 500 ccm hat in die Werkstatt gefunden. Ein paar

 

Reparatur- und Wartungsarbeiten waren an diesem zu erledigen, dann war er

 

schon einsatzbereit!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist ein früher ED II von 1952 mit originalem

 

500 ccm Holder-Zweitaktdieselmotor und nur

 

dreien Kühlerstutzen statt vieren. Diesen Motor

 

gab es so nur von 1951 bis zirka Ende 1953 im

 

Vorläufer ED 10 und den frühen ED II-Modellen,

 

denn dann wurde er bei Sachs in Schweinfurt

 

gebaut, da Holder nicht mehr mit der Produktion

 

des 500er (und ab 1956 600er) Motors

 

hinterherkam. Denn auch Bungartz in München,

 

Fahr in Gottmadingen, Hummel in Heitersheim,

 

Schmiedag (Hansa) in Hagen und AWK

 

(Monax) in Kaiserslautern bezogen diesen

 

500er Motor für eines ihrer 

 

Einachsschleppermodelle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Holder ED II wurde von 1952 bis 1959

 

gebaut. Man startet ihn mithilfe einer

 

Kurbel und eines „Zündfixes“, das man

 

zuvor in den Zylinderkopf schraubt.

 

 

Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg

 

waren diese Universalmaschinen bei

 

Kleinbauern und Winzern gefragt. Man

 

kann einen Anhänger anbringen, einen

 

Pflug, eine Bodenfräse, ein Mähwerk, eine Egge,

 

einen Kartoffelroder und viele andere Erntemaschinen anbauen. Mithilfe einer Zapfwelle am Heck

 

lassen sich viele Anbaugeräte wie die Bodenfräse, eine Wasserpumpe, eine Kreissäge oder das

 

Mähwerk antreiben. Gar einen Triebachsanhänger gab es, womit der

 

Einachsschlepper zum Allradler wurde! 

 

Das Getriebe stellt vier Vorwärts- und einen Rückwärtsgang zur Verfügung.

 

 

Holder in Metzingen und Grunbach bot ab 1929 / 1930 Einachsschlepper an. Zuerst mit DKW -

 

Motor im Modell Pionier, danach mit 400er ILO-Benzinmotoren im NHT (1938 – 42) und nach dem

 

Zweiten Weltkrieg im EB9, den es mit 360er Sachs-Benziner auch als EF 9 gab (1947 – 53). Zirka

 

1950 ging es auch mit den „echten Vierradraktoren“ B10 und ab 1956 mit dem B12 los, viele weitere

 

Modelle folgten. 1955 wurde die Knicklenkertechnik mit dem Modell A10 eingeführt – bis heute das

 

Markenzeichen der Firma Holder.

 

 

 

Ab 1956 gab es dann den luftgekühlten 600er Zweitaktdiesel in den Einachsermodellen E12 (1956

 

bis 59 und 1959 bis 69). Dann gab es noch die kleinen Modelle E5 (1956 bis 59) und E6 (1959 bis

 

74) mit 200 ccm Sachs-Benzinmotoren sowie die großen Modelle E14a (1971 bis 74 mit Holder

 

HD1-Zweitaktdieselmotor, 550 ccm und 12 PS), E7 und E9 (1974 bis 1990) und den E14b mit 627

 

ccm Hatz-Viertaktdieselmotor, der 12 PS leistete (1974 bis 82).

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